Von Persien bis Kaukasus: Designklassiker der Teppichbranche

März 22, 2018 von Heike Ladendorf in Interview & Portrait

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Ein Teppich bringt Behaglichkeit in Wohnlandschaften und bereichert das Interieur mit individuellem Charme. Unter den Klassikern ist und bleibt der Orientteppich ein unangefochtener Star. Stilvoll inszeniert, verleiht er Räumen einen unverkennbaren Charakter. Doch auch die kaukasische, chinesische oder zentralasiatische Teppichkunst bereichert das Angebot. Neben attraktiven Sammlerstücken begeistert die Branche mit aufwändigen Reproduktionen und modernen Alternativen. Ein Einblick.

Handarbeit bis heute gefragt

Obwohl die Konsumgesellschaft die Produktion von Massenware lange Zeit gefördert und die Qualität unter Dumpingpreisen gelitten hat, ist ein Umdenken erkennbar. Das Bewusstsein für Rohstoffe, Ökobilanz und Handarbeit scheint wieder auf ein gesundes Maß zu steigen. Dieser Trend prägt auch die Teppichbranche und kurbelt die Nachfrage nach hochwertigen Produkten an, welche bezüglich Materialien und Verarbeitung überzeugen.

Während das traditionelle Handwerk in vielen Bereichen längst von der maschinellen Fertigung verdrängt wurde, erfreut sich der handgeknüpfte Teppich bis heute großer Beliebtheit. Die manuelle Knüpftechnik ist letztlich dafür verantwortlich, dass antike Teppichklassiker auch im 21. Jahrhundert eine zentrale Rolle bei der Inneneinrichtung spielen.

Classics & Antiques

Als repräsentatives Beispiel für handgeknüpfte Designerteppiche aus der Branche, setzt die Schweizer Marke Mischioff mit der Rubrik Classics & Antiques Maßstäbe. Das Herzstück des Traditionsunternehmens ist eine beachtliche Sammlung antiker Teppiche aus diversen Regionen. Exklusive Sammlerstücke aus China, Persien, Anatolien und dem Kaukasus wurden über Generationen zusammengetragen und zur Antiques Collection arrangiert. Diese lässt sich im Showroom in Zürich besichtigen.

 

Um die beeindruckenden Designs zugänglich zu machen, fertigt der Familienbetrieb originalgetreue Reproduktion. Hierfür werden ausgewählte Naturmaterialien von Hand verarbeitet. Für die Kollektion antiker Perser kommen beispielsweise Seide und Schurwolle zum Einsatz. Mit Hilfe des persischen Knotens sorgen auf einem Quadratmeter bis zu einer Million Knoten für feinste Oberflächen. Von Ferahan über Kirman bis Kashan garantieren die Perserteppiche prachtvollste Farbenspiele.

Inspiriert von der Suzani Seidenstickerei, welche größtenteils in Zentralasien zuhause ist, zeigt Mischioff mit der Nazara Suzani Collection, dass sich Ikat-Muster durchaus modern interpretieren lassen. Afghanische Hochlandwolle und eine Kombination aus traditionellen Motiven verleihen den Teppichen eine erhabene Optik.

 

Symbolträchtige Sammlerstücke sind bei chinesischen Teppichen zu finden. Nuancen wie Blau und Beige, traditionelle Tiermotive und florale Elemente geben den Ton an. Beim Anblick der geometrischen Finessen, Symbolik und edlen Farbwelten lohnt sich außerdem der Abstecher zu Klassikern aus dem Kaukasus. Begriffe wie Sewan, Lori Pamback oder Kasak Kelims rufen bei Liebhabern Begeisterungsstürme aus.

Designerobjekte von kreativen Köpfen

Designern Dani und Sascha Misio
Der Bedarf an modernen Teppichen wird gleichermaßen bedient. Den beiden Designern Dani und Sascha Misio ist es mit der Collection gelungen, individuelle Teppiche für modernes Interieur zu kreieren. Nicht nur kunstvolle Farbverläufe, wie sie die Mamlin Reihe zeigt, sorgen für Aufsehen. Auch die dekorativen Lösungen in Berber-Optik der Abramia Collection, die Loop & Cut Technik der Tibey-Teppiche oder die dezenten Designs der Sathi-Serie spiegeln die Vielfalt der Branche wieder.

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