Ein neuer Stern am Designer-Himmel

November 21, 2012 von Pascal Rieger in Interview & Portrait, Wohnen & Einrichten

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Wir haben mit Florian Gross gesprochen, dem frisch gekürten Gewinner des „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2012„. Wir sind jetzt schon gespannt auf den Werdegang dieses talentierten deutschen Designers.

Florian, bitte stelle Dich und Deine Arbeit kurz vor

Geboren bin ich 1982 in Schramberg. Nach absolvierter Schreinerausbildung habe ich ein Studium zum Innenarchitekten in Stuttgart an der HfT abgeschlossen. Seitdem habe ich in zahlreichen internationalen Büros gearbeitet, darunter in Indien, Deutschland, Schottland und zuletzt in Barcelona. Hier habe ich meinen Kollegen Kike Macías kennengelernt. Zusammen haben wir „studioapart“ (www.studioapart.es) gegründet, ein junges Designbüro aus Spanien und Deutschland. Wir arbeiten von unserem Büro aus in Barcelona im Bereich Innenarchitektur & Produktdesign. Dieses Jahr wurden wir auf zwei Messen eingeladen um unser neues Regalsystem Andamio Shelf zu präsentieren. Wir waren auf der Frankfurter Messe Tendence im Bereich Talents und auf der Möbelmesse Habitat in Valencia im Bereich Nude.

Warum Spanien und nicht Deutschland

Die Stadt Barcelona ist für mich eine Inspirationsquelle, in der ich jeden Tag schöne und neue Dinge entdecken kann. Das Leben in Spanien ist anders. Es lehrt mich andere, kleine Momente im Leben zu schätzen und zu genießen, welche ich in Deutschland vermisse. Das Wetter spielt hier natürlich eine ganz entscheidene Rolle, denn das Leben spielt sich draußen ab. Und genau hier hole ich mir meine Inspiration.

Das Konnex Shelf System ist ein Regal für Kreative.
Für dieses Regal hast Du den deutschen Designpreis gewonnen. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung?

Der Designpreis wird ja als Preis der Preise angepriesen und genau so sehe ich das auch. Es ist die höchste offizielle deutsche Designauszeichnung, und das mit seinem ersten produzierten Regalsystem zu erreichen ist eine einzigartige Auszeichnung und Anerkennung für meine Arbeit.

Konnex wurde in meiner Bachelor-Thesis an der HfT-Stuttgart entwickelt. Dieser Prozess hat sich über das komplette letzte Abschluss-Semester erstreckt. Produziert wird das Regal von der Firma Müller Möbelwerkstätten und ist 100% „Made in Germany“ (www.muellermoebel.de).

Konnex Shelf System

Konnex Shelf System

PlugIn Table, ein interessanter Verschluss

Ich habe mir den Gedanken des Kniehebels zum Grundsatz gemacht und diesen als Hauptmerkmal und Verschlusstechnik zum Einsatz gebracht. Die Tischplatte ist mit einem Rahmen als Untergestell fest verbunden, welcher die nötige Steifigkeit mit sich bringt und als Stabilisierung der Beine dient. Die Beine werden über eine Gratverbindung gesteckt und durch den Kniehebelverschluss mit der Platte fest verbunden. Der Tisch hat es dieses Jahr bei zwei Wettbewerben in die Endrunde geschafft:

  • Delood & Living Divani & Casaviva Award 2012: Shortlisted
  • Neue Wiener Werkstätte Design Award 2012: Uservote

PlugIn Tabel ist noch ein Prototyp und ich bin auf der Suche nach einem passenden Produzenten.

PlugIn Tabel

PlugIn Tabel

Woran arbeitest Du im Moment, ein weiteres Regal-System?

Momentan arbeiten wir an verschiedenen neuen Möbelprojekten: Eine Auftragsarbeit, um eine Sitzbank zu entwerfen. Ebenfalls arbeiten wir an verschiedenen Innenarchitektur-Projekten. Zuletzt haben wir Möbel für ein Ladendesign in Hamburg entworfen und das Raumkonzept erarbeitet. Das Projekt wird voraussichtlich Anfang bis Mitte November fertig gestellt. Neuigkeiten finden Sie auf unserer Homepage sowie bei Facebook (www.facebook.com/Studioapart).

Wer ist Dein liebster Möbel-Designer? Wer oder was inspiriert Dich? Hast Du ein Idol?

Ich glaube das kann ich so gar nicht beantworten, denn da würden mir sehr viele einfallen. Mir gefallen einfache Möbel mit einem Hang zum Aha-Effeckt. Innovative Verbindungen und neue Materialkombinationen interessieren mich persönlich sehr. Aus diesem Grund finde ich die Möbel von Moormann immer wieder beeindruckend und frisch. Zudem gefallen mir Möbel aus den skandinavischen Ländern, so z.B. die Firma Mater aus Dänemark (www.mater.dk)

Nehmen wir an, Du dürftest Dir ein beliebiges Produkt aus dem Vitra Designmuseum aussuchen. Auf was würde Deine Wahl fallen?

Ach, da gäb’s so einiges was mir gefallen würde. Aber ich glaube, ich würde mich für „Kast“ von Maarten Van Severen entscheiden. Ich finde die Materialkombination sehr elegant gelöst. Mit einem billigen Material wie Seekieferplatten zu spielen und trotzdem ein hochwertiges Möbel entsehen zu lassen finde ich großartig.

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