ISTANBUL’DAN

April 8, 2016 von Heike Ladendorf in Interview & Portrait

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Als die sechs deutschen Designer Laura Jungmann, Dorothee Mainka, Pierre Kracht, Jonathan Radetz, Michael Konstantin Wolke und Florian Saul die PR zu ihrer Idee Ende 2015 mit einer anonymen Postkartenserie aus Istanbul einläuten, herrscht Ahnungslosigkeit. Auch der exotische Klang des Projektnamens lässt wenige Schlüsse zu. [Istanbul’dan = aus Istanbul] Anfang Januar lüften die Sechs das Geheimnis:

Gemeinsam haben sie sich nach Istanbul begeben. In den historischen Handwerksvierteln mit ihren zahlreichen kleinen Werkstätten wollen sie erfahren, welchen Einfluss die traditionellen Herstellungsverfahren und -wege auf den Designprozess ihrer Produkte haben. Sie lassen sich treiben zwischen den vielen Spezialisten, die mit einfachsten Mitteln und auf kleinstem Raum fast alles realisieren können.

Der Reiz liegt im Unbekannten. Die große Stadt schärft die Sinne und lässt einen unverstellten Blick auf die Dinge zu. Die Inspiration folgt aus sinnhaftem Erleben visueller wie akustischer Eindrücke.

Jonathan Radetz www.jonoconcepts.com

zum Beispiel, über den wir kürzliche berichteten (Bloglink einbauen), lässt Geräusche zu Bildern werden. Die Idee war schon vorher da. Die Inspiration, die er in Istanbul erhält, die verfeinerte Suche nach Geräuschen und klanglichen Facetten, fließen in das Projekt ein.

Lichtskulpturen Sounds of Istanbul

Lichtskulpturen Sounds of Istanbul

Die entstandenen Lichtskulpturen SOUNDS OF ISTANBUL symbolisieren Tonsequenzen, die sich zu einer stimmungsvollen Lichtsituation formen. Für das Projekt zieht er zehn Tage lang durch das Handwerkerviertel und nimmt Tonsequenzen auf, deren Hüllkurven er zur Drahtsilhouette seiner Leuchten verarbeitet.

Jonathan Radetz Sounds Of Istanbul

Jonathan Radetz Sounds Of Istanbul

Laura Jungmann www.laurajungmann.de

setzt sich für ihr Projekt mit einer hierzulande fast ausgestorbenen handwerklichen Technik auseinander: Beim Metalldrücken werden Bleche mit stumpfen Werkzeugen auf der Drehbank über eine Stahlform gedrückt. Die so entstandene runde Platte wird schließlich ein dreidimensionaler Körper.

Laura Jungmann KAP

Laura Jungmann KAP

Für KAP werden Kupfer, Messing und Aluminium übereinander geschichtet. Die Reihe aus drei zylindrischen Gefäßen überzeugt durch ihre außergewöhnliche Materialkomposition, die sich erst auf den zweiten Blick erschließt.

Istanbul Dan Laura Jungmann KAP

Istanbul Dan Laura Jungmann KAP

Dorothee Mainka www.dorotheemainka.com

Die Tischleuchten TRUMPETS von Dorothee Mainka sind inspiriert durch das Licht des Orients und den Aufbruch und die Öffnung in die Moderne.
Die schlichte Form des Leuchtkörpers aus Lochmetall öffnet sich in trompetenartigen Leuchtschirmen aus Messing oder Kupfer. Das Licht scheint durch den Leuchtenfuß und wird am Schirm reflektiert. So entstehen strukturelle Lichteffekte.

Dorothee Mainka Trumpets

Dorothee Mainka Trumpets

Dorothee Mainka Trumpets

Dorothee Mainka Trumpets

Pierre Kracht pierrekracht.de

zeigt mit seinem Projekt die Kunst der Improvisation in Istanbuls Werkstätten. In der Produktion entstandene Fehler werden durch das Talent zur Improvisation geschickt ausgeglichen. So erscheinen sie nicht als Fehler, sondern als Ausbruch aus dem Standard mit einer ihnen eigenen, unerwarteten Ästhetik.

Pierre Kracht Yine Hata

Pierre Kracht Yine Hata

YINE HATA: Zwei unterschiedlich große Lampenschirme werden in einem bestimmten Raster ihrem jeweiligen Leuchtmittel angepasst, wobei eine bewusst gesetzte Fehlstelle das System durchbricht. Die Fehlstelle wird damit zum Gestaltungsmerkmal und ermöglicht das Auswechseln des Leuchtmittels.

Michael Konstantin Wolke www.herrwolke.com

Die ineinander greifende Stellage des Beistelltisches YOK transformiert orientalische Ornamente in eine Verbindungslösung. Ein­gelassen in die vom örtlichen Metalldrücker produzierte Tischplatte und im Hinterhof galvanisiert, entsteht ein formschlüssiges Objekt,    ­- ein Produkt, das die unkomplizierte Zusammenarbeit verschiedenster Gewerke sichtbar macht.

Beistelltisch YOK Michael Konstantin Wolke

Beistelltisch YOK Michael Konstantin Wolke

Gestell YOK Michael Konstantin Wolke

Gestell YOK Michael Konstantin Wolke

Florian Saul www.floriansaul.com

Geht man wie Florian Saul wachsamen Auges durch Istanbuls Handwerkerviertel, so bekommt man Einblicke in sonst verborgene Welten. Überwältigt von der Vielzahl an Eindrücken, möchte man seine Augen am liebsten auf alles zugleich richten. So inspiriert, entsteht die Pendelleuchte BAKMAK.

Verbunden durch magnetische Elemente, lassen sich die einzelnen kugelförmigen Spotts stufenlos und frei in alle Richtungen arrangieren und können so als stimmungsvolle Akzentbeleuchtung oder als Leseleuchte eingesetzt werden.

Im Januar konnte das Team Istanbul’dan auf der IMM vorstellen. Impressionen vom Messestand: www.istanbul-dan.de

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Einrichtungstrends 2017 | used-design am Jan 12, 2017 um 11:16 am

    […] ISTANBUL’DAN ist ein selbstinitiiertes und selbstfinanziertes Projekt, welches aus einem gemeinsamen Istanbulaufenthalt der Designer Laura Jungmann, Pierre Kracht, Dorothee Mainka, Jonathan Radetz, Florian Saul und Michael Konstantin Wolke im Herbst 2015 entstand. Die Designer reisen regelmäßig nach Istanbul um gemeinsam mit lokalen Handwerkern an Objekten zu arbeiten, die mehr sind als reine Designobjekte. Wir berichteten […]