2010 brachte Kartell einen Stuhl auf den Markt, dessen Entwurfsidee so eindeutig ist, dass sie kaum einer Erklärung bedarf. Philippe Starck und Eugeni Quitllet legten die Umrisse von drei Möbelikonen des vergangenen Jahrhunderts übereinander und formten daraus die Rückenlehne des Masters Chair. Noch im selben Jahr wurde der Entwurf mit dem Good Design Award der Chicago Athenaeum ausgezeichnet, 2013 folgte der Red Dot Award.
Masters Chair
Der Masters Chair entsteht im Zeichen einer ungewöhnlichen gestalterischen Idee. Statt eine völlig neue Form zu entwickeln, greifen die Designer drei der bekanntesten Stuhlsilhouetten des 20. Jahrhunderts auf. Die Rückenlehne des neuen Stuhls vereint die Linien der Serie 7 von Arne Jacobsen, des Tulip Armchair von Eero Saarinen und des Eiffel Chair von Charles und Ray Eames. Diese drei Formen überlagern sich zu einem grafischen Geflecht, das der Rückenlehne ihre charakteristische, fließende Kontur verleiht und den Stuhl auf den ersten Blick erkennbar macht.
Der Rahmen ist aus recyceltem Technopolymer gefertigt, einem robusten thermoplastischen Kunststoff mit matter, angenehm anzufassender Oberfläche. Das Material erlaubt die durchgehend geschwungene Linienführung ohne Fugen oder sichtbare Verbindungen und macht den Stuhl zugleich leicht, stapelbar und sogar für den Außenbereich geeignet. Bis zu vier Exemplare lassen sich übereinanderstapeln, was ihn auch für öffentliche oder gewerbliche Räume interessant macht.
Erhältlich ist der Masters Chair in einer breiten Farbpalette, von klassischem Weiß und Schwarz über Grau bis hin zu Gold, die sich in unterschiedliche Einrichtungskontexte einfügen.
Philippe Starck
Philippe Starck, 1949 in Paris geboren, studierte an der École Nissim de Camondo und arbeitete als Art Director für Pierre Cardin, bevor er 1976 sein eigenes Studio gründete.
Starck entwirft Möbel ebenso wie Zahnbürsten, Yachten oder Motorräder, immer mit derselben konzeptionellen Ernsthaftigkeit. Massenprodukt und gestalterischer Anspruch sind für ihn kein Widerspruch.
Für Kartell, mit dem ihn eine der prägenden Partnerschaften seiner Karriere verbindet, entstanden Stücke, die Starcks Haltung verkörpern: industriell herstellbar, erschwinglich, aber nie beliebig. Der Masters Chair stellt dabei einen besonderen Moment dar. Er ist kein neuer Entwurf im eigentlichen Sinne, sondern, wie Starck selbst formulierte, ein Wachrufen der Erinnerung an drei große Meister und ihre Meisterwerke. In ihrer Verschmelzung entsteht etwas Eigenständiges.
2001 wurde Philippe Starcks Sofa- und Sesselserie Bubble Club mit dem Compasso d’oro ausgezeichnet, 2025 erhielt sein H.H.H. Stuhl die renommierte Auszeichnung.
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Kartell
Kartell und Philippe Starck verbindet eine äußerst produktive Partnerschaft, in welcher der Masters Chair eine besondere Stellung einnimmt. Er ist nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern darüber hinaus ein Entwurf, der die Stärken beider Partner am deutlichsten bündelt: Starcks konzeptionelle Schärfe und Kartells Fähigkeit, komplexe Formen industriell präzise und nachhaltig umzusetzen.
Starck und Quitllet beschreiben Kartell als „philosophische Familie“ und würdigen das Unternehmen als Pionier: Es habe früher als jeder andere erkannt, dass Kunststoff allein die Qualität verbessern und echte Produkte für möglichst viele Menschen ermöglichen könne. Der Masters Chair steht für genau diese Überzeugung.
Der Stuhl wird aus recyceltem Technopolymer gefertigt, einem Material, das Kartell konsequent weiterentwickelt hat, um eine günstigere CO₂-Bilanz als herkömmlicher Kunststoff zu erzielen. Das Unternehmen verzichtet in der Produktion auf chemische Lösungsmittel und setzt auf Recyclingmaterialien aus Industrieabfällen. Für den Masters Chair bedeutet das: ein Entwurf mit hohem gestalterischem Anspruch, der sich in seiner Herstellung an denselben Maßstäben messen lässt.
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Titelbild: Masters Chair | ph. credit: Kartell