Möbeldesign im Wandel – die 1920er Jahre und das Bauhaus

Februar 13, 2020 von Heike Ladendorf in Wohnen & Einrichten

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Das Millenium ist schon etwas her und doch sind es vor allem die Möbelentwürfe des 20. Jahrhunderts, die unseren Sinn für Wohnen und Einrichtung geprägt haben und die uns durch die Jahrzehnte hindurch begleitet haben.
In unserer Reihe “Möbeldesign im Wandel” kommt den 1920er Jahren und dem Bauhaus eine besondere Bedeutung zu, denn in dieser Zeit entstanden Möbel, die eine völlig neues ästhetisches Empfinden zum Ausdruck brachten und Generationen von Designern inspirierten.

Das Bauhaus

Die Entwicklung der industriellen Möbelfertigung und ein neues Verständnis für Form und Funktion führte 1919 zur Gründung des Bauhauses, einer der prägendsten Einrichtungen des 20. Jahrhunderts, deren Ideen bis heute populär sind. 

Als der Architekt und Visionär Walter Gropius 1919 in Weimar das Bauhaus gründete, sollte eine interdisziplinäre Lehranstalt entstehen, die nicht nur die zuvor für sich stehenden Bereiche Architektur, Handwerk, Kunstgewerbe, Malerei und Bildhauerei vereinte und sich die Möglichkeiten der industriellen Fertigung zunutze machte, sondern eine ganzheitlich geprägte Vision einer modernen Gesellschaft verfolgte. 

Bauhaus-Dessau

Aus dem Designverständnis der Lehrmeister und ihrer Schüler entstand eine neue, funktionalistische Formensprache, die ihrer Zeit noch lange voraus war. Die Meisterhäuser in Dessau oder die Weissenhof-Siedlung in Stuttgart zeugen bis heute vom damaligen Geist. Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe ließ der Deutsche Werkbund 1927 eine Reihe von Bauten errichten, die zahlreiche Wohneinheiten – auch von Le Corbusier und Pierre Jeanneret oder Mart Stam – enthielten. 

Thonet Freischwinger S 533 von Ludwig Mies van der Rohe
S 533 | Ludwig Mies van der Rohe | 1927 | Bild: Thonet
Bauhaus Freischwinger S 35 L von Thonet mit verchromtem Gestell und Sitzfläche in schwarzem Leder
S 35 L | Marcel Breuer | 1929 | Bild: Thonet

Der Möblierung als Teil der Architektur kam eine große Bedeutung zu. Neue Materialien und Fertigungsmöglichkeiten inspirierten die Entwerfer zu revolutionären Ansätzen. Das Verformen von Stahlrohr brachte Möbel hervor, die wie aus einem Guss wirkten. Stühle und Tische mit gebogenen Stahlrohr-Gestellen, Stahlrohr-Freischwinger und komfortable Sessel brachten die Neue Sachlichkeit zum Ausdruck, die die Begründer des Deutschen Werkbundes propagiert hatten und der sich auch Gropius und seine Mitstreiter verpflichtet fühlten.
Die Funktion der Möbel sollte im Vordergrund stehen, Form und Design ergaben sich aus dem Nutzen und Zweck.

Seine Blütezeit erlebte das Bauhaus in Dessau, wohin es 1924 umsiedelte. 1932 folgte der erneute Umzug, diesmal nach Berlin, wo die berühmte Schule auf Druck der Nationalsozialisten 1933 geschlossen wurde. Viele Bauhäusler emigrierten, um einer Verfolgung durch die Nazis zu entgehen, was letztlich dazu führte, dass ihre Visionen sich weltweit verbreiten konnten.

Bedeutende Entwürfe aus der Bauhaus-Zeit der 1920er Jahre

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